„Da antwortete Simon Petrus und sprach: »Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!«“ Matthäus 16,16

Fahrzeugkontrolle. Der Polizist blättert in den Papieren des Autofahrers und fragt: „Wer sind Sie? Woher kommen Sie? Wohin wollen Sie?“ Der Autofahrer schmunzelt: „Fragen wir uns das nicht alle?“

Der Autofahrer, hat er nicht recht? Das sind doch die Grundfragen des menschlichen Lebens: „Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin will ich?“ Die Fragen nach unserer Berufung, unserem Ursprung und unserem Ziel.

In der Gegend von Cäsarea Philippi möchte Jesus von seinen Gefolgsleuten wissen, was denn die Leute über den Menschensohn denken. Wer, sagen sie, ist er. So stand es im September in der biblischen Tageslesung. Zunächst geben die Jünger Jesu weiter, was der Volksmund so nennt: „… vermutlich mal wieder irgend so ein Prophet.“ Dann fragt Jesus seine Leute direkt: „Wer bin ich denn für euch? Was sagt ihr denn?“

Was wäre meine Antwort? Jesus – ein von Gott besonders auserwählter Mensch? Jesus – ein Vorbild, dem man folgen kann? Der Wanderprediger, der Gutes sagt und Gutes tut? Der Gekreuzigte, der Freund, der Menschenliebhaber und Wohltäter? „Stimmt“, würde Jesus sagen, „aber wer bin ich für dich?“

Die Frage geht tiefer, Jesus ist mein Gesprächspartner. Jesus ist für mich der, der den Kontakt zu mir sucht; der nichts Fieses im Schilde führt; der den Abgrund zwischen mir und Gottes Herrlichkeit überbrückt. Jesus ist der, der Bestes für mich will. Begleiter meines Lebens. Begleiter meiner Familie. Begleiter meiner Mitmenschen. Jesus ist der, der uns nicht deshalb bedingungslos liebt, weil wir so wertvoll sind, sondern wir sind so wertvoll, weil er der ist, der uns bedingungslos liebt. Jesus ist der, der vertrauenswürdig ist; dem ich mich anvertrauen darf. Jesus ist derjenige, der mir vergibt, wenn ich es verbockt habe. Mal ist er für mich Helfer und Tröster, dann wieder Befreier und Herr. Je nach meiner Situation und meiner Verfassung. Nur – von meinen Situationen und meinen Verfassungen, meinen Eindrücken und Vorstellungen, meinen Empfindungen und Gedanken will ich mich nicht abhängig machen. Sondern von Jesus allein. Er ist der Herr! Ihm gebührt die Ehre für das, was er ist. „Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ So die Antwort des Petrus.

Petrus hat es erkannt. Jesus nennt er bei seinem wirklichen Titel: Er ist der „Christus“, also der Erlöser, auf den alle warten. Und er nennt Jesus „Gottes Sohn“ – und das ist viel mehr als alle anderen Titel und Bezeichnungen. Es ist kein Selbstmordkommando, das Jesus unternimmt; sondern in Jesu Tod am Kreuz nimmt der lebendige Gott die Schuld an sich, die uns allen anhaftet, seitdem der Mensch sich von Gott losgesagt hat. Die Jünger sollen erst noch über diese Erkenntnis schweigen, denn die anderen Menschen sind noch nicht so weit und erwarten immer noch Wunder – und nicht den Tod ihres Erlösers. Aber genau darin liegt das Geheimnis um Jesus: Durch seinen Tod öffnet er uns den Weg in Gottes Nähe; durch das Kreuz rettet er uns.

„Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“, bekennt Petrus. Eingegeben von Gott, bewegt durch Gottes Geist, stellt Jesus über diesem Bekenntnis fest. Von allein hätte Petrus das nie denken können. Von sich aus hätte er das nie sagen können, dass in Jesus sein und unser Leben seine Berufung, seinen Ursprung und sein Ziel hat – in Ewigkeit. Selbst wäre Petrus nie darauf gekommen. Ich auch nicht.

Edzard van der Laan

Die Losung des Tages:

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