Lazarus und Jesus (Joh 11)

Was hat denn Lazarus davon, dass er wieder aufstehen muss, wieder ins Leben treten, wieder sich plagen, alt und krank werden, Ängste ausstehen und das Sterben. Das hatte er doch gerade alles hinter sich gebracht. Damit kann er nicht noch einmal von vorn anfangen wollen. Einfach nur Wiederbelebung, Rückkehr in die alten Verhältnisse? 
Das passiert uns nicht erst am Ende des Lebens, sondern schon mittendrin: Kein Weg aus der Sackgasse. Wir fühlen uns gefesselt, gelähmt, im Dunkeln, allein – wie in einer Grabhöhle. Keine Ahnung, wie es weitergehen kann.

Martha sagt: “Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird – bei der Auferstehung am jüngsten Tage.”  (Joh 11, 24)
Nein, sagt der Herr, jetzt und hier im Leben. “Ich bin die Auferstehung und das Leben.” Wenn du mir begegnest, dann hast du Zukunft. Wer meinem Ruf folgt, beschreitet den Weg zum Leben. Jesus  ruft: “Lazarus, komm heraus!”
Auch uns ruft er beim Namen, jeden einzeln und uns als Gemeinde: Komm heraus! Kommt heraus! Heraus aus deiner Gefangenheit, aus der du dich nicht selbst befreien kannst.
Aus deinen Fesseln, die du nicht selbst lösen wirst. Heraus aus der Dunkelheit, die du nicht erleuchtest. Komm heraus!

Ich muss an einen Chirurgen denken.  Gefragt, wie er all die Stunden so hochkonzentriert arbeiten könne, sagt er, die Zeit träte in solchen Stunden ganz in den Hintergrund, er spüre sie nicht,  alles, was außerhalb dieses kleinen Operationsfeldes läge, wäre wie weggeschaltet. Denn: Hier stehe nur eins im Vordergrund, das Ziel an dem gearbeitet werde.

Solcher „Flow“, solches Fließen, sorgt genau für das Klima, in dem etwas Besonderes geschieht. 
Der Moment, in dem der Glaube zur festen Zuversicht wird, ähnelt solchem „Flow“. Zuversicht ist das Klima, in dem es nur ein gutes Ende geben kann. Der Glaube speist sich aus Quellen, die höchste Ansprüche formulieren, und er lebt aus der Gelassenheit, die die Gnade Gottes schenkt. Jesus zieht nicht nach unten. Jesus verfügt - wenn es um den Glauben geht - nur über solche Kräfte, die Menschen aufrichten.
Glaube weiß wie bei Lazarus Jesus Christus an seiner Seite, sein Pulsschlag bewegt das Christenleben. Jesu Mut und dessen Gottvertrauen wirken in das Heute hinein. Mit solchem Glauben kann man Bäume­ ausreißen und aufkeimende Verzweiflung überstehen.

 Österliche Freudenzeit - Himmelfahrt - Pfingsten: Aufbrechen, die Zeit aus dem Blick verlieren, Leichtigkeit gewinnen, Schwerelosigkeit ahnen, über sich hinauswachsen und immer wieder darüber staunen, woher all die Kräfte kommen. Wenn es aber nicht gut wird, dann hilft es, zu wissen: Das ist noch nicht das Ende. Und wenn das Ende des Lebens dann definitiv ist, dann gilt immer noch die Zuversicht, die der Geist Gottes schenkt. Er lässt mich sprechen: Nach diesem Leben werde ich durch die Kraft Christi auferweckt und zu Christus meinem Herrn kommen. Er wird mir Anteil geben an seiner Herrlichkeit.

Friedhelm Schrader

Die Losung des Tages:

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