Über die Anziehungskraft des Dunklen und des Lichtes

Es ist im wahren Sinne des Wortes ein dunkles Geheimnis. Da gibt es etwas, außerhalb dieser Welt, das so stark ist, dass es alles verschlingt. Alles. Alle Materie, allen Klang, sogar das Licht. Das schwarze Loch. Vor über 30 Jahren haben amerikanische Wissenschaftler das erste dieser Art entdeckt, in der „großen Magellanschen Wolke“ circa

150.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Diese astronomische Erscheinung hat eine so große Anziehungskraft, dass in ihrer Nähe alles ins Strudeln kommt. Sie saugt alles auf und verbannt es für uns unsichtbar in die Finsternis. Gruselig, oder?

Im Gegenteil, interessant, sagen die Neugierigen. Das sind Geheimnisse, die gelüftet werden wollen. Warum ist das so? Woher kommt die Energie?

Könnte man sie womöglich eines Tages nutzen? Es gibt viele schwarze Löcher. Immer mehr wird entdeckt. Das bisher größte hat eine Masse von 17Milliarden Sonnen. Ein Energieprotz von bisher ungeahntem Ausmaß. So

gesehen: ja, hoch spannend. Von solch einem Interesse ist die Welt getrieben, wenn es um Menschen und Ereignisse geht, die so eine magische Anziehung ausüben. Die alle Energie aus ihrem Umfeld absaugen und alles zu verschlingen scheinen. Sogar das Licht. Gerade habe ich von einem Mann gehört, der mehrere Frauen misshandelt und fast zu Tode geprügelt hat. Wieder ist er liiert, wieder betrügt er seine Frau, wieder schlägt er hart zu. Seine Töchter, ebenfalls missbraucht, verehren ihn und wollen und können seine finstere Seite nicht sehen. Er ist einflussreich, keine Frau will gegen ihn klagen. Im Gegenteil: sie bleiben lebenslang in seiner Geschichte gefangen. Woher kommt so viel finstere Energie? Und gibt es eine reelle Chance, sie zu durchbrechen?

Nicht in den Strudel zu geraten?

Das ist die andere Erfahrung. Es gibt nicht nur eine Anziehungskraft des Bösen, es gibt auch eine einnehmende Kraft des Lichtes, die auch die finsterste Finsternis erreicht und aufhellt. Da weicht das Böse. Diese Kraft würde ich gerne erforschen. Danke Gott, dass du uns ausstattest mit deinem Heiligen Geist. Wenn wir dich denn darum bitten. Du zwingst dich nicht auf. Wohl kann ich aufhören, mich dir in den Weg zu stellen und mich dir zu öffnen. Dir und deinem Heiligen Geist.

Das klingt, zugegebenermaßen, irgendwie vage und nebulös. Was heißt das denn? Wir Protestanten sind ja schrecklich vernünftige Leute. Der Verstand ist uns wichtig. Um nicht zu sagen: heilig.  Wir forschen nach, wir hinterfragen, wir hören kluge Worte. Wir versuchen, unser Leben sinnvoll zu gestalten. Nachhaltig, gerecht, freundlich zu jedermann und jederfrau.  Wir sind bescheiden und leise, wissbegierig und nachdenklich, Ja, wir strengen uns an. Das Leben verlangt Nüchternheit.

Also, was ist das denn für ein Licht, für eine Kraft? Was ist das, Heiliger Geist? Wo kann ich das entdecken?

Pfingsten steht an, fast unbeachtet.  Pfingsten kommt nicht gemäßigt, sondern üppig und mühelos daher. Alles blüht über alle Maßen, wenn es stattfindet.  Nehmen wir allein die Pfingstrosen. Was für eine Verschwendung! Sie sind absolut nicht bescheiden und auch kein bisschen nachhaltig. Sie protzen ohne Rücksicht auf Verluste. Sie sind nicht rational und kopfgesteuert, sie leben aus dem Bauch. Sie quellen über, sind leidenschaftlich.  Absolut im Hier und Jetzt. Allein, wie sie mit Farben und Düften um sich werfen – das ist mit Verlaub geradezu schamlos. Sie glühen ja richtig!  Dann die Details der Pfingstgeschichte, mit den Feuerzungen, die über den Jüngern geschwebt haben sollen.  Die Menschen in Bewegung gesetzt haben – so sehr, dass es bis heute Kirche Jesu Christi gibt. Was ist das für eine Kraft? Eine Kraft wie der Wind – einfach nicht zu fassen. Nicht zu fassen, wie Saulus im Kontakt mit dieser Kraft vor Damaskus zum Paulus wird.  Nicht zu fassen, diese gute, große Anziehungskraft. Ob ich Gott darum bitte?

 

Friedhelm Schrader

 

Die Losung des Tages:

Anmeldung

JSN Gruve template designed by JoomlaShine.com
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok