Monatsspruch für Dezember 2018

Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut. (Matthäus 2,10)

Was für eine Freude er auslösen kann: ein Stern. Manche freuen sich, wenn sie den Morgenstern am Himmel sehen. Manche freuen sich, wenn es wieder einen Stern auf dem Trikot gibt. Manche freuen sich, wenn sie eine Auto-Marke mit dem Stern-Symbol erblicken.

In Matthäus 2 freuen sich drei aus dem Orient, drei Weisen aus dem Morgenland. Weil sie einen Stern am Himmel sehen. Ein Doppelstern, der wie ein einziger erscheint. Die drei Weisen erkennen in diesem Stern den, der ihnen den Weg zum neuen König zeigt.

Die drei brechen auf ins Unbekannte. Zum König aller Könige. Der alles andere als eine königliche Geburt hat. Aber am Stern erkennen die Drei: Auch wenn alles anders ist als gedacht – in diesem Stall sind wir richtig.

Bei Gott sind wir richtig. Doppeldeutig ist das. Bei Gott sind wir am richtigen Ort. Wir sind ihm recht. Nicht müssen wir in Vorleistung gehen. Nichts müssen wir vor Gott darstellen. Nichts müssen wir vor Gott erbringen. Wir können einfach sein, wie wir sind.

Auch die drei Weisen sind, wer sie sind. Als sie spüren, dass sie das dürfen, verändert sie das. Sie werden anders. Sie geben ab, was sie mit sich tragen: erst die Geschenke, dann sich selbst. Sie überreichen Gott ihre Gaben, dann fallen sie auf die Knie. Was immer die Drei an Religionen mitbringen, vor dem lebendigen, einzigartigen Gott als Kind fallen sie auf die Knie. Was sie alles im Stall denken? Was sie alles im Stall sagen? Was sie alles im Stall beten? Wir wissen es nicht. Wir ahnen aber, dass sie nicht bleiben, wie sie kommen.

Wie wir sind, so dürfen wir vor dem Herrn der Welt sein. Wir bleiben nicht die, die wir sind. Wer sich von seinen Knien und seinem Gebet erhebt, ist ein anderer bzw. eine andere. Der bzw. die ist ein Mensch, den der Höchste nicht abblitzen lässt; vor dem der Höchste nicht die Augen verdreht; den der Höchste mit seinem göttlichen Frieden beschenkt; den der Höchste begleitet; den der Höchste nicht aus den Augen verliert. Wir sind nicht mehr auf uns gestellt. Wir sind uns nicht mehr allein überlassen. Wir sind die, die ihr Leben anders sehen können.

Manches ist in der Lage, dieses Sehen zu trüben. Mancher Sturm bläst so stark, dass wir uns vorkommen „wie vom Winde verweht“. Manche Brandung im Leben ist so kräftig, dass wir den König aller Könige nicht mehr im Blick haben. Und zugleich zeigt uns das: Was uns trotzdem Orientierung gibt, sind nicht wir selbst. Es ist der Herr. Er muss durch allen Nebel führen. Er muss stärken. Er muss segnen: Wenn unser Vertrauen auf den göttlichen Segen bröckelt. In guten Tagen, wenn diese uns zu sagen scheinen: Alles geht ohne Gott. Und in schlechten Tagen, wenn die uns zu sagen scheinen: Nichts geht mehr.

Wer wir auch sind, so dürfen wir vor Jesus sein. Bei ihm sind wir richtig, ist die Botschaft des Sterns. Und so dürfen wir die werden, die ihr Leben anders sehen, als die, die der Herr begleitet. Ich kann nicht tiefer fallen als nur in seine Hand (EG 533). Auch das zeigt der Stern. Uns zur Freude.

 

Edzard van der Laan

 

 

Die Losung des Tages:

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