Wende

Wir starten in die zweite Hälfte des Jahres. Auch mit unserem Gemeindebrief, mit dem jetzt die Doppelausgabe für die Monate Juli und August vorliegt. Die erste Hälfte des Jahres 2019 liegt schon wieder hinter uns. 

Mit der Natur ist es ebenso. Das Jahr steht im Zenit. Alles blüht. Alles wächst und gedeiht. Alles steht in voller Kraft. Und es nimmt sich auch schon wieder zurück. Das Jahr nimmt schon wieder ab.

Auch der Kalender weist uns darauf hin. Am Ende des letzten Monats läutete der 24. Juni die Wende ein. Genau ein halbes Jahr vor Heilig Abend erinnert der 24. Juni an den, der vor Jesus kommt: Johannes, der Täufer. Der 24. Juni ist der Johannistag – weil Johannes die Wende einläutet. Johannes spricht wie seine Vorgänger, die Propheten, und hat den vor Augen, der nach ihm kommt. Und Johannes weiß: Dieser, der mir folgt, der muss jetzt zum Zuge kommen. Der muss jetzt an Einfluss gewinnen. Ich aber muss zurücktreten. „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“, sagt Johannes über Jesus.

Dieser Ansicht entspricht bei Johannes seine ganze Erscheinung: Er geht in die Wüste, sucht die Stille, sucht die Konzentration, wagt den Schritt raus aus dem Alltag, lebt von Heuschrecken und Honig, kleidet sich mit Fellen und – das Wichtigste – redet den Menschen nicht nach dem Mund. Eine radikale Botschaft hat er. Von „Buße“ redet er, von Umkehr, von Lebens-Änderung, vom Wandel des Bewusstseins und des Verhaltens, von Neu-Einstellung der Lebenshaltung, von Neu-Ausrichtung der gesamten Existenz. Der Grund, den er nennt: Gott fängt an, sein Reich zu bauen, seine Herrschaft durchzusetzen, seinen Geist auszuteilen. „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, verkündet Johannes. Und als Zeichen dieser Umkehr dient die Taufe. Johannes tauft im Jordan Menschen, die bereit sind. 

Wie damals zu Zeiten des Johannes ist es auch jetzt für uns eine besondere Zeit. Eine Zeit, innezuhalten. Eine Zeit, herauszutreten aus dem Alltag. Eine Zeit, die Stille zu suchen. Eine Zeit, sich mal Gedanken zu machen: Was geschah bislang? Wie war das erste halbe Jahr 2019? Was möchte ich vom ersten Halbjahr mitnehmen in die zweite Hälfte des Jahres? Was möchte ich ändern? Was nicht? Worauf konzentriere ich mich in der zweiten Hälfte? Soll etwas weniger werden? Soll etwas anders werden? Was bekommt Vorrang? Wo ist es dran, kürzer zu treten? Langsamer zu treten? Nicht mehr so viel zu treten? Der Johannistag ist die Einladung, über das nachzudenken, was wirklich wichtig ist. Was wirklich Einfluss nehmen soll in meinem und unserem Leben. Der Johannistag lädt ein, sich darauf einzulassen, was mit Jesus in unsere Zeit eintritt. Was unsere Zeit verwandelt. Was Johannes „Himmelreich“ nennt und was uns Jesus Neues eröffnet. Der Tag ist die Einladung, Jesus Raum zu geben – wieder von neuem oder ganz neu.

 

Edzard van der Laan

 

Die Losung des Tages:

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